Der Struve-Bogen

Norwegen

Bekannt ist der Struve-Bogen als skandinavisch-russischer Meridianbogen. Seinen Namen erhielt der Bogen vom deutschbaltischen Astronomen Wilhelm von Struve. Es handelt sich bei dem Bogen um eine Gradmessung. Darunter wird ein langgestrecktes Netz von geodätischen Vermessungspunkten verstanden. Der Bogen hat eine Länge von 3000 Kilometern und besitzt den Verlauf von einem Meridianbogen.

Im Hinblick auf die damalige Erdmessung stellt der Struve-Bogen das größte und genaueste Projekt dieser Art dar. Hinsichtlich der Internationalen Betreuung obliegt die Federführung der Federation Internationale des Geometres. Bekannt ist diese als Internationale Vereinigung der Vermessungsingenieure – FIG.

Der Verlauf des Bogens

Seinen Ausgangspunkt hat der Struve-Bogen in Fuglenes, einer im norwegischen Hammerfest liegenden Ortschaft. Von dort verläuft der Bogen bis nach Stara Nekrassiwka. Anders ausgedrückt liegt ein Verlauf vom Norden nach dem Süden durch mehrere Staaten vor. Es handelt sich in diesem Fall um Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Ukraine sowie Moldawien. Insgesamt liegt eine Länge von 2.821,833 Kilometer vor, über die sich der Boden von Norden nach Süden erstreckt. Gekennzeichnet ist der Verlauf von 265 Vermessungspunkten. Dabei kommt es zu einer Bildung von 258 Hauptdreiecken. Zusätzlich gibt es mehr als 60 Nebenvermessungspunkte sowie zwei Messpunkte innerhalb von Gebäuden. Steinhügel, Obelisken und ähnliches bilden die weiteren Punkte.

Schweden

Die Aufnahme ins Weltkulturerbe

Seit dem 15.07.2005 gehört der Struve-Bogen mit 34 ausgewählten Messpunkten zum Weltkulturerbe. Zum einen hat der Bogen eine hohe Bedeutung für die Geodäsie. Gleichzeitig ist der Bogen als ein frühes Beispiel im Hinblick auf internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit anzusehen. Innerhalb der Liste handelt es sich um das erste Instrument mit wissenschaftlichem Hintergrund.

Copyright by Marina Teuscher 2017 – 2020